Passivrauchen rechtfertigt die Eigenkündigung

Hessisches Landessozialgericht Urteil vom 11.10.2006, L 6 AL 24/05

§ 114 SGB III

Kommentar:

Keine Arbeit um jeden Preis. Wenn es um die Gesundheit geht, darf ein Arbeitnehmer auch zur Kündigung greifen ohne seinen Arbeitslosengeldanspruch zu verlieren. So entschieden die Richter des hessischen Landessozialgerichts in Darmstadt. Ein Arbeitnehmer hatte geklagt, weil die Bundesagentur für Arbeit gegen ihn eine 12-wöchige Sperrzeit für den Bezug seines Arbeitslosengeldes verhängte. Hintergrund war, dass der Mann in einem Büro, in dem geraucht wurde, arbeiten musste. Da er mit seiner Beschwerde bei seinem Arbeitgeber auf taube Ohren stieß, kündigte er schließlich das Arbeitsverhältnis. Grundsätzlich kann die Bundesagentur nur dann bei einer Arbeitsaufgabe eine Sperrzeit verhängen, wenn es keinen wichtigen Grund gibt. Einen solchen sahen die Richter aber im Passivrauchen. Gerade die Gefahren für die Gesundheit des Arbeitnehmers seien nicht zu vernachlässigen. Schützt der Arbeitgeber seine Mitarbeiter nicht ausreichend, bleibt ihnen nur der Weg in die Arbeitslosigkeit.