Ein arbeitsgerichtlicher Vergleich kann einen Schadensersatzanspruch ausschließen

Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein Urteil vom 30.01.2007, 2 Sa 399/06

Kommentar:

Eine üble Nachrede muss nicht zu einem Schadensersatzanspruch führen, auch wenn sie ursprünglich Anlass für eine Kündigung war. Der Kläger verlangte hier von seinem ehemaligen Kollegen einen Schadenersatz, da dieser gegenüber dem ehemaligen Arbeitgeberin behauptete, der Kläger habe sich abfällig über seine Vorgesetzte geäußert und diese der Lüge bezichtigt. Daraufhin kündigte die Arbeitgeberin dem Kläger. Im sich anschließenden Kündigungsschutzprozess schlossen Arbeitgeberin und Kläger einen Vergleich über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Obwohl die erkennenden Richter erhebliche Bedenken gegenüber der Richtigkeit der Behauptung des Beklagten äußerten, ging der Kläger doch leer aus. Die Richter waren der Ansicht, dass der Kläger letztendlich seinen Arbeitsplatz nicht durch die üble Nachrede des Beklagten, sondern vielmehr in Folge des Vergleiches mit seiner Arbeitgeberin verloren hatte. Damit fehle es an einem Zusammenhang zwischen dem Verhalten des Beklagten und dem Schaden der sich im Verlust des Arbeitsplatzes äußerte.